Magyar Vizsla Kurzhaar / Ungarischer Vorstehhund
Rassengeschichte und -merkmale
Rassebeschreibung der beiden Vizsla-Rassen Kurzhaar und Drahthaar von Frau Ingeborg Caminneci und Frau Tanja Bauer:
Der Ungarische Vorstehhund, auch Vizsla genannt, läßt sich über
viele Jahrhunderte in der wechselvollen Geschichte Ungarns zurückverfolgen.
Seine Zucht und seine Entwicklung wurde schon sehr früh geprägt durch
die jagdlichen Anforderungen jener Zeit, insbesondere durch die Jagd zu Pferde
und die dabei vielfach angewandte Falknerei. Hierbei sind besonders die typischen
Anforderungen an einen Vorstehhund zu erwähnen: den ausgeprägten Such-
und Finderwillen als auch eine für die verschiedenen Jagdarten notwendige
leichte Führigkeit. Eine Vielzahl geschichtlicher Fakten weist schon frühzeitig
auf seine typische Färbung hin, eine Eigenschaft, die züchterisch
gefestigt wurde. Die geschichtlichen Wirren des späten 19. Jahrhunderts
führten in gewisser Weise zu einem Niedergang der typischen Jagdarten und
damit auch dieser Hunderasse. Gewissenhafte und traditionsbewusste Züchter
haben dann jedoch die Fäden in die Hand genommen und damit diese interessante
Hunderasse für uns erhalten.
Wir halten es für geboten, möglichen Interessenten einige Hinweise zum richtigen Verständnis dieser Rasse zu geben. Es ist sehr wichtig zu wissen, daß der Magyar Vizsla schon von seinem Mutterland Ungarn her als Jagd- und Gebrauchshund gezüchtet wurde. Deshalb sind die rassetypischen Merkmale und Verhaltensweisen im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Hunderassen bei der Anschaffung zu bedenken. Ein ausgeprägter Jagdtrieb ist einfach vorhanden, und sollte jedem, der den Viszla, egal ob im kurzen oder rauhen Haarkleid, als sein Traumhund erkennt, zu denken geben. Er wird immer wieder in verschiedenen Rassebeschreibungen als eleganter, intelligenter und leichtführiger Jagdhund beschrieben, der eben auch ein fabelhafter Familienhund ist. Der Zuchtauslese der ungarischen Jäger, die diese Rasse geformt und geprägt haben, ist es zu verdanken, dass diese Hunde sehr führerbezogen sind und bereit sind, ihrem Besitzer "jeden Wunsch von den Augen abzulesen". Es ist möglich, diese Rasse mit Handzeichen und Mimik zu führen. Aber oft wird vergessen: er ist ein Vollblüter unter den Hunden und braucht, um seine Ausgeglichenheit zu finden, eine Aufgabe und sehr viel Auslauf und vor allen Dingen Beschäftigung, dann allerdings ist er auch ein wunderbarer Familienhund. Die Anschaffung eines solchen Hundes als Nichtjäger sollte gut überlegt sein und man sollte sich fragen, ob man tatsächlich bereit ist, seine gesamte Freizeit dem Hund zu widmen.
Der Vizsla hat einen ausgeprägten Arbeitswillen und ist sehr bewegungsfreudig.
Er zieht große Bögen beim "Freilauf" und ist nicht müde
zu bekommen. Zudem ist er sensibel und nicht für "laute" Menschen
geeignet. Mit spazieren gehen, joggen oder Rad fahren ist es nicht getan; er
braucht Kopf- und Nasenarbeit. Und er möchte immer und überall dabei
sein, Alleinsein ist nicht sein Ding!
Die Nachfrage von "Nichtjägern" nach Vizslas steigt ständig..
Wir möchten mit diesem Bericht aufklären, dass man sich einen solchen
Hund nicht aufgrund der optischen Reize, die man dem Tier einfach nicht abstreiten
kann, anschafft. Viele "Nichtjäger" wissen erst anschließend,
worauf sie sich eingelassen haben und sind leider sehr oft damit überfordert.
Das Tier wird dann vermittelt oder landet im Tierheim und seine Triebe verkümmern.Wir
können nur einen Appell starten, sich nicht mit diesem Hund zu schmücken.Den
Vizsla kann man nur glücklich machen, wenn mit ihm täglich gearbeitet
wird.
Weitere Informationen zum Vizsla finden Sie auf den Webseiten: http://www.drahthaarvizsla.de und http://www.vizslanews.de sowie www.vizsla.de
Rassenmerkmale
Größe (Schulterhöhe): Rüde 56 bis 61 cm, Hündin 53 bis 58 cm
Aussehen: muskulöser, stämmiger Körperbau; anmutiger, ruhiger Gang
Fell und Farbe: glattes, dichtes, kurzes, anlegendes Fell; Farbe: einheitlich rostfarben bis golden, teilweise mit kleinsten weißen Flecken auf der Brust; schwarze Farben nicht akzeptiert
Kopf: breiter Schädel mit einer langen, eckigen Schnauze; tiefliegende, mittelgroße Augen, die farblich zum Fell passen; dünne, seidene, lange und hängende Ohren
Schwanz: spitz zulaufend und bis auf zwei Drittel der ursprünglichen Länge gestutzt


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